FAQ

by sgni-admin, 30. Juli 2016

Warum sportlich schießen?
Ganz einfach – weil es Spaß macht. Das ist aber nicht so wie Feuerwerk an Silvester, da macht es auch viel BUMM und riecht nach verbranntem Pulver! Nein, es macht nur richtig Spaß, wenn auch ein Ergebnis heraus kommt. Und viel BUMM machen muss es auch nicht, denn es gibt ja sehr unterschiedliche Sportgeräte!

Unterschiedliche Sportgeräte? Doch wohl großes und kleines Gewehr?
Klar, Gewehre werden auch verwendet. Fangen wir mal ganz einfach und von vorne an. Die Schießkunst wurde zuerst mit Pfeil und Bogen ausgeübt, dann wurde das Schießpulver erfunden und ebenso die dazu gehörigen Schießeisen in allen vorstellbaren Varianten. Selbst mit „Windbüchsen“ – das waren die Luftgewehre für Jagd (17. Jahrhundert) – wurde geschossen.

Und was hat das mit den Sportschützen zu tun?
Das ist so: Die Waffen wurden und werden zur Kriegsführung und zur Jagd hergestellt. Da wir im Schützenverein aber keinen Krieg führen und es bei uns auch kein Wild gibt (außer bei der Weihnachtsfeier Wildschwein auf dem Teller), schießen wir sportlich, d.h. wir schießen auf Scheiben. Besondere Freude macht es, wenn man nicht nur den Rand einer solchen Scheibe trifft, sondern das Geschoss bzw. den Pfeil in die Mitte platziert hat! Und damit das auch von den technischen Voraussetzungen klappt, produzieren die Hersteller für uns spezielle „Sportwaffen“, die sich durch hohe Präzision auszeichnen.

Das hört sich interessant an! Kann ich mir einfach solch eine „sportliche“ Waffe kaufen?
Ganz so einfach ist das nicht! Der Gesetzgeber zeigt uns hier eine ganze Menge Grenzen auf.
Fangen wir mal mit dem Bogen an: Bogen und Pfeile kann man ohne Altersgrenze frei erwerben und auf einem geeigneten Platz verwenden. Sinnvoll ist es, wie bei allen Sportgeräten, sich erst kundig zu machen und nicht einfach im Versandhandel was zu bestellen, das nachher nicht funktioniert – und somit keine Freude macht.
Für Luftdruck- bzw. Druckluftwaffen (Gewehre und Pistolen bis 7,5 Joule – das ist die Bewegungsenergie des Geschosses) gilt zum Erwerb eine Altersgrenze von 18 Jahren. Schießen darf man damit ab 12 Jahren (mit Genehmigung der Erziehungsberechtigten und unter Aufsicht).
Will man sich eine Sportpistole oder ein Sportgewehr (Kleinkaliber, was z.B. beim Biathlon verwendet wird) zulegen, so darf man das auch erst ab 18 Jahren, muss aber einige Nachweise bringen: Mindestens ein Jahr regelmäßiges Training im Verein (da darf man mit Aufsicht schon mit 14 Jahren anfangen) und bestandene Sachkundeprüfung (so was wie der Autoführerschein). Des Weiteren wird man von der zuständigen Behörde auf Zuverlässigkeit (Vorstrafen, Drogenmissbrauch usw.) überprüft und der Schützenverband muss auch noch zustimmen! 
Größere Kaliber darf man erst ab einem Alter von 25 Jahren erwerben (Ausnahmen sind möglich), Schießen ab 18 Jahren.

Und wie teuer ist eine Sportwaffe?
Bei Sportwaffen ist das so wie bei anderen Gegenständen auch: Für wenig Geld ist meist nicht viel zu holen. Und wenn man das Hobby ernsthaft und mit Freude betreiben will, muss schon ein ordentliches Gerät vorhanden sein. Und genau an dieser Stelle kommt der Verein ins Spiel! Bevor man sich nämlich was ganz Teures zulegt, probiert man aus, was denn die richtige Disziplin sein könnte – mit den vereinseigenen Sportwaffen. Da gibt es Bögen für den „grünen“ Sport, Luftgewehre und Luftpistolen, Sportgewehre und auch Sportpistolen. Diese Geräte sind so gut, dass man damit auch Wettkämpfe bzw. Meisterschaften schießen kann!
Und wenn man das ganz große Geld nicht ausgeben will, gibt es noch einen umfangreichen Gebrauchtmarkt!

Wie ist das denn mit den Großkaliberwaffen – muss das sein?
In den großkalibrigen Sportwaffen liegt natürlich ein besonderer Reiz. Es ist wie beim Auto fahren: Mit einem Kleinwagen kommt man auch ans Ziel, ein Porsche macht aber mehr Spaß! Und wenn wir schon beim Auto sind: Da gibt es auch mehrere Disziplinen (Tourenwagen, Rallye, Formel I usw.)

Ist das Schießen denn nicht gefährlich?
Nein, es hört sich nur gefährlich an, Unfälle passieren sehr selten. Bei fast allen anderen Sportarten ist die Unfallgefahr weitaus höher! Das Gefährlichste im Schießsport ist der Weg zum Schützenhaus!
Woran das liegt? Ganz einfach: Körperliche Belastungen, außer beim Bogenschießen, sind kaum vorhanden (allerdings muss man das Gerät ruhig halten können, was körperliche Fitness und ausdauerndes Training erfordert). Die Schützen gehen sehr verantwortungsvoll mit ihren Waffen um (Sachkundeprüfung), auf dem Schießstand befindet sich eine Aufsichtsperson, die Waffen werden nur kurz vor Schussabgabe geladen und sind sonst immer und für jeden (besonders die Aufsicht) gut sichtbar in ungeladenem Zustand. Wenn die Waffen nicht benötigt werden, sind sie in einem Tresor sicher untergebracht (das gilt auch für die eigenen Waffen zu Hause!).
Noch eins sei geschrieben: Sportschützen (Legalwaffenbesitzer) gehören zu zuverlässigsten Bürgern, denn sie werden alle drei Jahre von der Behörde überprüft. So ist z.B. bei Alkoholfahrten die Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben – Hobby futsch und Waffen weg!

Kann man denn so einfach Mitglied in einem Verein werden?

Im Prinzip schon. Man geht zu den angegebenen Schießzeiten in das Vereinshaus, fragt nach einem Vorstandsmitglied (vielleicht schreibt man vorher auch eine Mail – z.B. an info@sgni.de -, dass man kommen will – dann ist auch sicher die oder der Richtige da) und lässt sich alles Interessante zeigen. Ein Antragsformular ausfüllen, die Aufnahmegebühr bezahlen (bei Vereinen sehr unterschiedlich). Schon ist man Mitglied (meist erst auf Probe). Die endgültige Mitgliedschaft beginnt meist nach einer Probezeit von ca. 1/2 Jahr. Das sollte aber alles mit dem Vorstand vor Ort besprochen werden.

Gibt’s auch Frauen in Schützenvereinen?
Ja, die gibt es natürlich und das sogar sehr erfolgreich. bei den Olympischen Sommerspielen 2016 erzielten die Damen zuletzt in verschiedenen Disziplinen von den insgesamt 5 Medaillendes Deutschen Schützenbundes 1 x Gold und 2 x Silber. Auch in der SG-NI gehen viele Frauen erfolgreich ihrem Sport nach.